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Die Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2019 ist da!
11. April 2019

Rechtzeitig zur anstehenden Koppelsaison spricht die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StlKo Vet) eine Impfempfehlung gegen das West-Nil-Virus (WNV) aus. Zunächst nur für betroffene Gebiete, in denen Infektionen aufgetreten sind.

Anfang September 2018 wurden erstmals Fälle von WNV-Infektionen in Deutschland gemeldet. Betroffene Gebiete waren in Bayern, Sachsen-Anhalt. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – allerdings nur bei Vögeln. Ende September folgten die Meldungen zweier infizierter Pferde in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Was ist das West-Nil-Virus?

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammendes Virus, das durch blutsaugende Mücken übertragen wird. Im natürlichen Wirtskreislauf wird es zwischen Vögeln und Stechmücken übertragen. Werden Menschen oder Pferde infiziert, vermehrt sich das Virus in so geringen Mengen, das andere Menschen oder Pferde nicht infiziert werden können. Deshalb gelten Mensch und Pferd als sogenannte Fehlwirte, von denen keine Infektionsgefahr ausgeht

Wie erkennt man West-Nil-Virus-Infektionen?

Die Mehrzahl der WNV-infizierten Pferde entwickeln, ähnlich dem Menschen, keine klinische Symptomatik. Einige Tiere reagieren jedoch mit deutlichen zentralnervösen Ausfallserscheinungen aufgrund einer von WNV verursachten Meningitis oder Enzephalitis. Fiebrige Allgemeinerkrankungen sind dagegen selten. Zu den zentralnervösen Störungen zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern (Tremor) und Lähmungen bis zum Festliegen. Klinisch kranke Pferde können die Infektion zwar überleben, leiden aber in bis zu 20 Prozent der Fälle lebenslang unter Ausfallserscheinungen (neurologische Schäden). Bei 22 – 44% der klinisch kranken Pferde kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Eine spezifische Therapie gegen eine WNV-Infektion gibt es nicht, nur eine symptomatische Behandlung ist möglich. Prophylaktisch stehen in Deutschland drei Impfstoffe zur Anwendung am Pferd zur Verfügung, die durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen sind. Dazu gehört ein inaktivierter Vollvirusimpfstoff sowie ein rekombinanter Lebend- bzw. ein rekombinanter Totimpfstoff.

Angesichts der Erfahrungen, die in europäischen Nachbarländern und den Vereinigten Staaten von Amerika mit West-Nil-Virus-Infektionen gemacht wurden, ist davon auszugehen, dass das Virus sich in den kommenden Jahren weiter in Deutschland ausbreiten wird. Die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien) ist empfehlenswert. Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, um gegebenenfalls eine Vermehrung infizierter Stechmücken zu verhindern.

Es wird empfohlen, Pferde in den bereits betroffenen Gebieten und Pferde, die in betroffene Gebiete verbracht werden sollen, gegen WNV zu impfen.

Quellen: www.tierseucheninfo.niedersachsen.de & www.fli.de

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