Medizin leicht verständlich – Der Kreislauf
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Wenn Träume wahr werden

Mit 40 Jahren wollte ich mir einen Traum erfüllt haben und gemeinsam mit meinen Tieren auf einem Hof wohnen. Das habe ich sogar schon früher geschafft! Nach Abschluss meines Studiums der Veterinärmedizin habe ich einen Hof gesucht und gefunden: Er liegt am Ende einer Sackgasse und ist von Weiden umgeben. Inzwischen wohne ich seit 19 Jahren auf Hof Hohenholz zwischen Hannover und Bremen.

Meine Morgan Horse Stute Canadian Amber ist damals gemeinsam mit mir hierher gezogen, sie wird dieses Jahr 28. Mit ihr war ich bei unzähligen Auftritten auf diversen Veranstaltungen und sie zeigte sich stets kooperativ, leistungswillig und nervenstark. Ich vertraue ihr total – sonst wäre so ein Galopp am Halsring über die Wiese sicher nicht möglich! Sie geht sogar schwierigste Lektionen nur mit Halsring. Dieses besondere Pferd hat mir schon sehr viel Freude bereitet.

Auf dem Hof wohnt eine kleine Pferdegruppe von durchschnittlich acht bis zehn Pferden gemeinsam in einem Offenstall. Ich halte es für sehr wichtig, dass die Pferde sich viel bewegen können. Trotzdem sollte man auch individuell auf jedes Pferd eingehen können. So habe ich immer mal wieder Pferde dabei, die nachts alleine in einer Box schlafen. Wenn man merkt, dass sie sonst nicht zur Ruhe kommen, halte ich das für eine bessere Lösung, besonders in der ungemütlicheren Jahreszeit. Da im Winter hier keine Kurse stattfinden, habe ich dann die Paddock-Boxen der Gastpferde zur Verfügung.

„Gearbeitet wird nicht an den Fehlern, sondern an den Lösungen!“

Alle Pferde bekommen vier Mahlzeiten am Tag, damit die Fresspausen nicht zu lang werden. Auch die Weidezeiten werden reguliert – wobei es sogar sein kann, dass einzelne Pferde kürzer oder länger fressen dürfen. Das ist das Gute daran, bei seinen Pferden zu wohnen.

Permanent Futter zur freien Verfügung, das funktioniert bei einigen leichtfuttrigen Pferden bedauerlicherweise nicht. Dann müssten sie mehr arbeiten, was leider nicht immer zu schaffen ist. Um eine gute Grundkondition und Beweglichkeit zu erhalten, lege ich Wert auf Gymnastizierung und regelmäßige Bewegung. Das muss oft gar nicht viel sein. 20 Minuten Reiten in der Halle, etwas Bewegung im Round Pen oder ein kleiner entspannter Ausritt sind oft schon völlig ausreichend. Schön ist es auch, wenn mal die Möglichkeit besteht, ein Pferd als Handpferd mitzunehmen.

Abgesehen von der körperlichen Fitness finde ich auch die geistige sehr wichtig. Ein Pferd sollte immer wieder etwas Neues erlernen. Hat ein Pferd einmal gelernt zu lernen kann man bemerken, dass seine Auffassungsgabe immer schneller wird. Dabei nutze ich die Methode der positiven Verstärkung. Gelobt und belohnt wird das Richtige. Soweit es möglich ist, werden Fehler ignoriert. Sollte das einmal nicht möglich sein versuche ich, die Übung so aufzubauen, dass ein Fehler gar nicht erst passieren kann, aber keiner ist unfehlbar. Kompromisse werden auch nötig sein. Ein sehr schöner Effekt bei dieser Trainingsmethode ist der Fokus auf das Richtige. Das kann man in seinem gesamten Alltag nutzen. Man wird merken, die Laune bessert sich: Gearbeitet wird nicht an den Fehlern, sondern an den Lösungen.

Zum Schluss möchte ich einen Satz zitieren, der mir sehr gut gefällt: Wenn das Beenden des Trainings die größte Belohnung ist, sollte an dem Training etwas geändert werden.

Weitere Infos unter www.penquitt.de.

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