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Fliege, Bremse, Mücke & Co.
11. April 2019
Lebenswichtig und Vielseitig: Superorgan Pferdehaut
11. April 2019
Pferde, die an Sommerekzem erkrankt sind – oft einfach „Ekzemer“ genannt – können trotz ihrer Erkrankung, die nicht ursächlich heilbar ist, ein schönes, artgerechtes Leben führen, ohne gravierende Einbußen hinsichtlich ihrer Lebensqualität. Hier kommen die besten Tipps, die Pferd und Pferdehalter wirklich helfen:
1. Sichern Sie die Diagnose!
Nicht jedes Pferd, das sich im Sommer scheuert, ist am Sommerekzem erkrankt und das Sommerekzem ist auch nicht auf Islandpferde beschränkt. Sollten Ihnen an Ihrem Pferd die typischen Symptome – Leitsymptom ist der während des Sommerhalbjahrs vor allem an Mähne und Schweif auftretende starke Juckreiz, der häufig mit Hautveränderungen einhergeht – auffallen, ist ein Tierarzt zur Diagnosesicherung hinzuzuziehen. Bei Unsicherheit können spezielle Untersuchungen Klarheit bringen. Eine korrekte Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine effektive Therapie!
2. Programmieren Sie das Immunsystem um!
Die Spezifische Immuntherapie (SIT, auch ASIT, Hyposensibilisierung) ist die erfolgreichste Therapieform. SIT programmiert das fehlgeleitete Immunsystem quasi um. Dazu werden chemisch veränderte Allergene in ansteigender Dosierung über lange Zeiträume in regelmäßigen Abständen gespritzt. Im Organismus werden so Veränderungen der fehlgeleiteten Abwehr ausgelöst, Fachleute sprechen von einem Isotypenswitch.
Je früher mit dieser Behandlung begonnen und je konsequenter sie durchgeführt wird, desto höher die Erfolgsquote. Beim Ekzempferd sollte spätestens ein bis zwei Jahre nach Ausbruch der Krankheit damit begonnen werden. Die Therapie wird dann über mehrere Jahre während der Wintermonate fortgeführt. Insgesamt zeigen 60 % und mehr Patienten eine Besserung, teilweise verschwanden die Symptome sogar vollständig und dauerhaft. Studien konnten auch belegen, dass zudem unter einer SIT der Verbrauch an typischen Medikamenten zur Symptombekämpfung deutlich zurückging, was den Organismus zusätzlich entlastet.
3. Passen Sie den Weidegang Ihres Ekzemers den Flugzeiten der Insekten an!
Auslöser für das allergische Geschehen sind Stoffe, die sich im Speichel bestimmter Stechinsekten (Kriebelmücken, Gnitzen, Culexmücken) finden und beim Stich in die Haut des Pferdes injiziert werden. Typisch für diese Stechinsekten ist oft ihre Dämmerungsaktivität: Mitten in der Nacht sowie am helllichten Tag sind viele weitaus weniger aktiv. Soweit dies organisatorisch zu leisten ist, sollten erkrankte Pferde deshalb die Dämmerung vorzugsweise im Stall (Offenställe durch spezielle Vorhänge absichern) verbringen, da geschlossene Räume meist gemieden werden. Text & Foto: Angelika Schmelzer
Weitere Tipps in der Ausgabe PFERDE fit & vital 1-2019!

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