Neue Erkenntnisse über Pferdehaltung der Römerzeit
2025 stießen Archäologen auf einer Großbaustelle im Stadtteil Bad Cannstatt in Stuttgart auf 109 Pferdeskelette aus der Römerzeit und damit den wohl größten römischen Pferdefriedhof Deutschlands. Nun wurden erste Untersuchungsergebnisse präsentiert, die wertvolle Informationen über den Umgang des römischen Militärs mit seinen Pferden liefern. Die Pferde gehörten zu einer Reitereinheit mit rund 500 Reitern und etwa 700 Pferden, die im 2. Jahrhundert n. Chr. in Bad Cannstadt stationiert war, wie die Archäologin Sarah Roth vom Landesamt für Denkmalpflege dem SWR in einem Beitrag mitteilte.
Das Leben der Militärpferde war hart – sie wurden definitiv nicht geschont, was sich an den Spuren am Skelett und vor allem an der Wirbelsäule zeigte. Die Kadaver verscharrte man damals in flachen Gruben rund 200 Meter von menschlichen Siedlungen entfernt. Bei einem der Tiere fanden die Archäologen Grabbeigaben – ein Hinweis darauf, dass es wie ein Familienmitglied bestattet wurde. Die Forschungsarbeiten werden nun fortgesetzt. Unter anderem erhoffen sich die Archäologen weitere Erkenntnisse, u. a. über die Krankheiten der Pferde und ihre Herkunft.
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart/ArchaeoBW
