Achtung – ansteckend!

Diese Infektionskrankheiten sollten Sie kennen

Nur die wenigsten Pferdebesitzer haben einen eigenen Stall, in dem ihre Pferde in einem konstanten Bestand ohne Fluktuation leben würden. Meist sind wir Pferdefreunde deshalb Einsteller in mehr oder weniger großen Betrieben. In diesem Fall besteht leider immer ein Risiko, dass durch Neuzugänge, aber auch Besucher eine Infektionskrankheit in den Stall eingeschleppt wird.
Die wichtigsten bei uns vorkommenden Infektionskrankheiten sollte man kennen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Druse
Druse ist eine bakterielle Infektion, die durch den Erreger Streptococcus equi ssp. equi verursacht wird. Der Keim ist hochansteckend und fegt geradezu durch ganze Bestände, wenn nichts unternommen wird. Druse ist die am häufigsten vorkommende Infektionskrankheit von Pferden weltweit und betrifft vor allem junge Pferde.
Nach einer Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen kommt es zu Fieber (40,0 bis 41,5°C), Mattigkeit und Appetitlosigkeit, grünlich-gelbem Nasenausfluss sowie Husten. Die Lymphknoten am Unterkiefer und an den Ganaschen entzünden sich und schwellen an. Es bilden sich Abszesse, die irgendwann aufbrechen und sich entleeren. Druse ist für die betroffenen Pferde sehr belastend, verläuft aber in der Regel glimpflich. In manchen Fällen kann es jedoch zu schweren Komplikationen kommen. Eine überstandene Erkrankung macht die Pferde zwar eine Zeitlang immun, aber dies hält nicht das ganze Pferdeleben lang an. Zudem eliminiert das Immunsystem bei etwa zehn bis 20 Prozent der erkrankten Pferde den Erreger nicht vollständig. Die Bakterien ziehen sich in diesem Fall in die Luftsäcke und eventuell auch in die Nasennebenhöhlen zurück, so dass diese Tiere zu Dauerausscheidern bzw. Trägern werden. Trägerpferde haben in der Regel kein Fieber und allenfalls gelegentlich Nasenausfluss. Wenn Pferde neu in den Betrieb kommen, können sich diese dann schnell infizieren, da der Stallwechsel ohnehin eine Belastung für das Immunsystem darstellt.
Bei Druse sollte das betroffene Pferd sofort isoliert und der Tierarzt gerufen werden. Dieser wird die Diagnose anhand der klinischen Symptome sowie einer bakteriologischen Untersuchung (Erregeranzüchtung) in Kombination mit PCR (direkter Erreger/Antigennachweis) stellen. Bis der Erreger verschwunden ist, sollte kein Pferd den Betrieb verlassen, und es sollten auch keine Neuzugänge aufgenommen werden.

Equines Herpesvirus (EHV)
Das Equine Herpesvirus (EHV) verursacht eine hochansteckende Erkrankung, die weltweit vorkommt. Die beiden wichtigsten Untertypen sind EHV-1, das schwere respiratorische und neurologische Symptome und Aborte verursacht, sowie EHV-4, das sich in Atemwegserkrankungen äußert. Man geht davon aus, dass rund 90 Prozent aller Pferd das Virus latent in sich tragen, also ohne Symptome zu zeigen. Bei einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise …

Lesen Sie hier den gesamten Artikel…

Text: Ramona Billing, Foto: julia_siomuha/stock.adobe.com