Kurzzeitige Lahmheit

Vorübergehende Bewegungsasymmetrie nach intramuskulären Impfungen

Viele Impfungen werden intramuskulär verabreicht, was vorübergehend zu lokalen Beschwerden führen kann – beim Pferd wie beim Menschen. Jedoch fehlten bislang objektive Daten, inwieweit sich dies auf die Bewegungen des Pferdes auswirkt. In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass die Impfung in den Musculus semitendinosus an der Hinterhand zu einer vorübergehenden leichten, aber messbaren Asymmetrie in der Nutzung der Hinterbeine führte, sprich schmerzbedingten Lahmheit. Diese Asymmetrie war nach 48 Stunden am deutlichsten und war nach spätestens 96 Stunden wieder verschwunden.
Dagegen waren bei einer Impfung in den Musculus pectoralis descendens an der Brust keine relevanten Asymmetrien messbar, ebenso wenig nach einer Injektion von Kochsalzlösung an beiden Muskeln. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Pferde nach einer Impfung mindestens 72 Stunden lang nur leicht trainiert werden sollten. Dies sollte aber ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein.
Studie: J. Lenarz, I.H. Smit, M. Rhodin, C. Lischer, M.C. Fugazzola, Vaccination-associated lameness in
warmblood horses after intramuscular injection, Journal of Equine Veterinary Science, Volume 159, 2026, 105820, ISSN 0737-0806, https://doi.org/10.1016/j.jevs.2026.105820.

Zum Foto: Die Impfung in den Muskel an der Hinterhand kann zu einer vorübergehenden leichten Asymmetrie in der Nutzung der Hinterbeine führten.