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Beurteilung der Gewichtsbelastung von Pferden

 

Der Arbeitskreis Pferde der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) hat in seinem neuen Merkblatt wissenschaftliche Studien und verschiedene Methoden zur Bestimmung und Beurteilung der maximalen Gewichtsbelastung von Pferden gesichtet und gibt entsprechende Empfehlungen: Eine Gewichtsbelastung von bis zu 
15 % der Körpermasse eines Pferdes kann als akzeptabel angesehen werden. Belastungen von 20 % führen bereits zu merklichen Veränderungen in der Muskulatur, solche von 25 oder gar 30 % können zu dauerhaften Schäden führen und sind daher als tierschutzwidrig abzulehnen.
Unter Gewichtsbelastung wird dabei von der TVT das Gewicht des Reiters inklusive der kompletten Ausrüstung verstanden. Schließlich ist es unbestritten, dass zusätzliches Gewicht auf dem Rücken eines Pferdes zu Veränderungen in der Anatomie wie auch im Bewegungsablauf führt. Diese sind abhängig von der Höhe der Gewichtsbelastung und können auf Dauer zu Schmerzen und chronischen Veränderungen vor allem am Rücken und den Beinen führen.Die meisten Methoden und die daraus abgeleiteten Empfehlungen fokussieren sich auf das Verhältnis von einwirkendem Gewicht zum Körpergewicht des Pferdes. Grundsätzlich muss aber beachtet werden, dass die Belastbarkeit der Pferde von verschiedenen Faktoren abhängt. Neben Körpergewicht und Größe spielen auch Alter, Rasse, Trainingszustand und Bemuskelung eine wichtige Rolle. Nutzungsart und -dauer haben einen wichtigen Einfluss. Aber auch das Reitvermögen des Reiters und sogar Wetter und Jahreszeit können eine Rolle spielen.

Einen Sonderfall bilden Islandpferde, diese können etwas höhere Gewichte schadlos tragen.
Allgemein gilt, dass kräftige und gedrungene Pferdetypen – nicht zu verwechseln mit übergewichtigen Pferden – relativ mehr Gewicht tragen können als edle und zierliche Pferdetypen. Übergewichtige Pferde müssen entgegen der landläufigen Meinung mit weniger Gewicht belastet werden, da sie durch das eigene Übergewicht bereits dauerhaft ihren Bewegungsapparat überlasten. „Eine akzeptable Gewichtsbelastung von bis zu 15 % der Körpermasse eines Pferdes kann deshalb nur als grobe Richtlinie gelten. Aufgrund der Vielzahl zu berücksichtigender Faktoren sollte die Beurteilung im Zweifelsfall durch Tierärzte oder qualifizierte Trainer erfolgen“, so Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.
Das Merkblatt kann, wie alle anderen Veröffentlichungen der TVT, kostenfrei heruntergeladen werden unter www.tierschutz-tvt.de

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